Amt Britz-Chorin-Oderberg

Geschichte

Das ehemalige Städtchen Niederfinow, unmittelbar am alten, schon 1258 erwähnten Flusslauf der Finow gelegen, ging hervor aus einer Zollstätte für Land- und Wasserzoll. Diese wurde von den Askanierfürsten angelegt. Im Jahre 1317 hatte dann Markgraf Waldemar den Knotenpunkt der Frankfurter-Berliner Handelsstraßen nach Eberswalde verlegt.

1421 kam Niederfinow an das Kloster Chorin. Über das Verhältnis der Niederfinower zum Kloster sind noch Schriftstücke bekannt, in denen die Privilegien festgelegt wurden.

Besonders zu erwähnen ist das Erbregister von 1704. Hierin sind alle zum Kloster gehörenden Vorwerke und Orte mit ihren Stellungen zum Kloster aufgeführt. In diesem Erbregister ist Niederfinow als Städtchen angegeben mit einer städtischen Verfassung.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde auch Niederfinow einschließlich der Kirche fast vollständig zerstört. Nachdem die Niederfinower ihren Ort wieder aufgebaut hatten, wurden in der Nacht des 26. Juli 1729 durch eine gewaltige Feuersbrunst alle Gebäude ein Raub der Flammen. Die mit Stroh gedeckten Fachwerkhäuser waren für das Feuer beste Nahrung. Bis auf 8 Ausbauten auf dem Lieper Ende waren alle Gebäude abgebrannt.

Als sich die Einwohner von diesem Ereignis einigermaßen wieder erholt hatten, traf sie weiteres Missgeschick. Durch den schweren Frost des Jahres 1740 gingen ihnen die Einnahmen aus dem bis dato nicht unbedeutenden Weinbau verloren. Der Weinbau muss immerhin bedeutend gewesen sein. Der Stadtsiegel-Abdruck aus dem 17. Jahrhundert zeigt im Wappenschild eine herabhängende volle Weintraube mit Weinlaub umgeben. Die Umschrift lautet: „Neder Vinn an der Weinranke Anno 1688“. Des weiteren ging durch die Oderbewallung die Einnahme aus dem sehr ergiebigen Fischfang verloren. Später verschwindet die Bezeichnung „Städtlein“ gänzlich und es ist nur noch vom Flecken bzw. der Gemeinde Niederfinow die Rede.

Größere Bedeutung erlangte der Ort dann wieder mit dem Ausbau des Großschifffahrtsweges Berlin-Stettin in den Jahren 1908 – 1914, mit seinem Abstieg durch die 4 aufeinanderfolgenden Schleusen, der sogenannten Schleusentreppe. Dieser Abstieg wurde noch bedeutender durch die Inbetriebnahme des weltbekannten Schiffshebewerk 1934. Dieses technische Denkmal ist bis in die heutige Zeit attraktiver Anziehungspunkt für viele Besucher aus nah und fern.

Die Gemeinde war und ist deshalb bemüht, in die vorhandene Infrastruktur zu investieren. Für Einheimische und Touristen gleichermaßen sichtbar und nutzbar sind die neuen attraktiven Radwege einschließlich des zum Rad- und Wanderweg ausgebauten historischen Treidelweges am Finowkanal sowie der 2003 fertiggestellte neue Parkplatz am Unterhafen mit seinen zahlreichen touristischen Angeboten (Gaststätten, Imbiss, Restaurants, Fahrgastschifffahrten, Infostellen und touristischen Leiteinrichtungen).

Im Hinblick auf den für 2006 vorgesehenen Baubeginn des neuen modernen und größeren Schiffshebewerks im Zusammenhang mit dem Ausbau der Oder-Havel-Wasserstraße sind die vorgenannten Investitionen gleichsam auch Investitionen in die Zukunft.

Niederfinow