Amt Britz-Chorin-Oderberg

Geschichte und Gegenwart

Lunow wurde 1268 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name des Ortes hat einen slawischen Ursprung und bedeutet so viel wie »Lehm« oder »Ackererde«.

Der »Kietz« Lunow wurde 1315 dem Kloster Chorin geschenkt. In ihm gab es eine Zweiteilung: das Oberdorf (ein Bauerndorf) – und das Unterdorf (ein Fischerdorf; Kietz). Erst nach mehreren Jahrhunderten wurde diese Zweiteilung aufgehoben.

Auch in Lunow hinterließ der 30-jährige Krieg verwüstete und leerstehende Höfe. Einen Aufschwung gab es, als Franzosen und Pfälzer aus religiösen Gründen in die Gegend kamen. Sie brachten auch die Tabakpflanzen mit, die in Lunow besonders gut gedeihen.

Durch gute Bodenbedingungen, aber vor allem durch ihren Fleiß, haben es die Lunower zu sehr guten Ergebnissen in der Landwirtschaft und im Handwerk gebracht. Heute verändert sich allerdings die Erwerbsstruktur und es gibt immer mehr touristische Angebote.

Der Wasserreichtum ermöglicht den Angelfreunden ein reiches Betätigungsfeld.

Das Gemeindegebiet liegt im einzigen Nationalpark Brandenburgs, dem Nationalpark »Unteres Odertal«. Verkehrsmäßig ist die Gemeinde sehr gut über die verschiedenen Wege per Straße und Deich-, Rad- und Wanderwegen erschlossen. Das Gemeindegebiet wird von der Hohensaatener-Friedrichsthaler-Wasserstraße durchzogen und grenzt an das Nachbarland Polen an, wobei die Oder die Grenze bildet. Somit befindet sich hier auch ein Deichabschnitt der Oder. Auf dem Deich verläuft der Oder-Neiße-Fernradwanderweg.

Die Dorfkirche ist ein frühgotischer Feldsteinbau mit einem breiten Westturm und wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert errichtet. Den schönen Kanzelaltar ziert üppiges vegetabilisches Schnitzwerk. Im 18. Jahrhundert wurde der Kirchturm mehrfach vom Blitz getroffen und auch das Innere der Kirche erlitt schwere Schäden. Der quadratische Backsteinturm stammt aus dem Jahr 1751; er steht auf dem Mittelteil des alten. 1945 wurde die Kirche beschossen und der Turm schwer beschädigt. 1997 wurde die Turmspitze abgenommen und saniert. Auf dem Friedhofsportal befinden sich seit 1885 drei Engel.

Seit 1907 gibt es in Lunow einen Evangelischen Kindergarten, der auf die Initiative von Pfarrer Baltzer zurückgeht. »Lasset die Kindlein zu mir kommen« – so steht es nun wieder über der Veranda. Dieser Satz gilt auch heute noch für den Kindergarten, in dem 33 Kinder von 0 bis 6 Jahren liebevoll betreut werden können.

Anlässlich der 725-Jahrfeier wurde der Dachboden im Kindergarten ausgebaut und dort ein Heimatmuseum eingerichtet.

Lunow ist seit 2002 ein Ortsteil der Gemeinde Lunow-Stolzenhagen. Der Ortsteil hat eine Ortsvorsteherin.

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