Amt Britz-Chorin-Oderberg

Geschichte

Äußerst verkehrsgünstig gelegen, zieht sich Serwest als aufgelockertes Straßendorf entlang der B 2 am Südostufer des gleichnamigen Sees hin. Wie fast alle Dörfer im heutigen Amtsgebiet Britz-Chorin wurden Ort und See schon in der Grenzbeschreibung des Klosters Mariensee 1258 erwähnt (villa Seruetiz, stagnum Seruetiz). Seit 1375 hieß der Ort Serwis. Der Name leitet sich wahrscheinlich ab vom slawischen Cierv = Scharlachwurm. Aus diesen Tieren wurde in jener Zeit roter Farbstoff gewonnen.

Conradus de Sewetiz, 1261 als markgräflicher Vasall und Urkundszeuge für das Kloster erwähnt, belegt eindeutig, dass sich in der ursprünglich sicherlich slawischen Siedlung deutsche Kolonisten zeitgleich mit den Zisterziensern niedergelassen hatten. Auch die Entstehung der ersten Kirche reicht bis in die Zeit der deutschen Besiedlung zurück. Als rechteckiger Feldsteinbau wurde er bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Der Fachwerkdachturm stammt erst aus dem 18. Jahrhundert. 1317 übergab der Markgraf den Ort dem Kloster. Außer dem Pfarrer und dem Schulzen gab es 1375 in Serwest 14 Kossäten und einen Krüger. Auf Grund der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Brandenburg und Pommern wurde Serwest in der Mitte des 15. Jahrhunderts fast völlig verwüstet.

1577 finden wir im Ort bereits wieder 14 Kossätenstellen mit je etwa 2 Morgen Land, von denen nach dem Dreißigjährigen Krieg 1687 nur noch 4 bestanden. Erst im 18. Jahrhundert wurden die übrigen Kossätenstellen wieder besetzt. Deshalb erfolgte das Bestellen der mittelalterlichen Bauernhufen seit der Wüstungsperiode durch die Nachbardörfer.

Nach der Separation 1863, die u.a. die Auflösung der Dreifelderwirtschaft zur Folge hatte, konnten Mittelbauerngrundstücke entstehen.

Der Friedhof wurde an den Westausgang des Dorfes verlegt. Der Kirchplatz bildete als Teil des ehemaligen Angers das ursprüngliche Zentrum des Dorfes. Hier standen auch Schule und Hirtenhaus. Die zu geringe landwirtschaftliche Nutzfläche ließ eine Vergrößerung des Ortes nicht zu. So hat sich das Dorf seit dem 18. Jahrhundert nur wenig verändert. Das heutige Dorf Serwest besteht im wesentlichen aus den ehemaligen Ortsteilen Serwest, Buchholz und Parsteinwerder. Die ehemalige Gutssiedlung Buchholz lässt sich zurückführen auf ein gleichnamiges Dorf, das 1258 in der Grenzbeschreibung zur Stiftungsurkunde des Klosters Chorin als Buccolt genannt wurde. Ebenso wie Serwest lag Buchholz um die Mitte des 17. Jahrhunderts wüst. Im Erbregister des Domänenamtes Chorin von 1577 ist Buchholz als Vorwerk mit 370 Morgen, die von den 49 Bauern und 60 Kossäten der Dörfer Groß Ziethen, Parstein, Lüdersdorf und Bölkendorf zu bearbeiten waren, erwähnt.

Die Schäferei umfasste zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges ca. 1500 Tiere. Nach den Zerstörungen des Krieges konnte das Vorwerk im 18. Jahrhundert auf 893 Morgen Ackerland und 151 Morgen Wiese erweitert werden. Seit 1860 betrieb man im Gutsbezirk mit Dampfkraft eine Kartoffelspritbrennerei. 1929 ist Buchholz, inzwischen 430 ha groß, nach Serwest eingemeindet worden.

Auf der nördlichen Halbinsel des Parsteiner Sees, dem Parsteinwerder, lag das Dorf Seehausen (Grenzbeschreibung von 1253). Erst als Wüstung wurde es 1346 von den askanischen Markgrafen dem Kloster Chorin übereignet. Das Amt Chorin betrieb in späterer Zeit auf dem Werder ein Fischereigehöft, von dem aus die Amtsfischerei auf dem ganzen See ausgeübt wurde. Mit einer Fläche von 1100 ha, einer maximalen Tiefe von ca. 27 m gehört der ursprünglich oberirdisch abflusslose Parsteiner See zu den größeren Seen Deutschlands. Er war das Hauptproduktionsgewässer der ehemaligen Fischereigenossenschaft Serwest. Nach der Liquidation dieser Genossenschaft erfolgt die Fischerei auf dem Parsteinwerder privatwirtschaftlich und wird ergänzt durch einen Pensionsbetrieb auf dem Fischerhof. Eine ähnliche Einrichtung, ebenfalls aus der Fischereigenossenschaft hervorgegangen, finden wir am Serwestsee.

Heute ist Serwest bestrebt, diese Entwicklungen im Sinne eines ökologisch entwickelten Tourismus zu unterstützen und zu fördern.

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